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MünchenWest

Ausflug

Königsschlösser: Neuschwanstein und Hohenschwangau ab München

Zwei Schlösser, zwei Eigentümer, zwei Kinderregelungen. Über den Tag entscheidet die Uhrzeit auf der Karte.

Preise und Zeiten zuletzt geprüft am

Die Königsschlösser ab München sind der meistgebuchte Tagesausflug Bayerns, und Neuschwanstein und Hohenschwangau an einem Tag zu sehen ist dabei der Normalfall, nicht die Ausnahme. Fast alles, was schiefgeht, hat dieselbe Ursache: Die beiden Schlösser gehören zwei verschiedenen Eigentümern. Der eine ist der Freistaat, der andere die Familie Wittelsbach. Zwei Kassen, zwei Preislogiken, zwei Kinderregelungen, und ein Ticketsystem, in dem der Engpass nicht die Anreise ist, sondern die Uhrzeit auf der Karte.

Hohenschwangau ist das teurere Schloss, um 2,50 Euro, und Kinder zahlen dort, während sie in Neuschwanstein frei sind. Zwei Eigentümer, zwei Preislogiken.

Der Tag

Königsschlösser ab München: was der Tagesausflug wirklich kostet

Ein Tagesausflug zu beiden Schlössern kostet für zwei Erwachsene 89 Euro an reinem Eintritt, bevor eine einzige Fahrkarte gelöst ist. Die Tabelle stellt die fünf Programmpunkte nebeneinander, die vor Ort zur Wahl stehen; zwei davon kosten nichts. Sortieren lässt sich nach jeder Spalte, und über die Filter bleibt übrig, was am Besuchstag überhaupt möglich ist.



5 Programmpunkte

Sortierbar nach jeder Spalte. Sommer = 28. März bis 15. Oktober, Winter = 16. Oktober bis 27. März. Stand August 2026, abgerufen bei den Betreibern selbst.
Objekt Eintritt Kinder Führung Sommer Winter
Schloss NeuschwansteinNur mit Führung zu besichtigen, 14 Räume. Ohne Ticket kommt man bis vors Schlosstor, nicht in den Hof. 21 € · ermäßigt 20 € unter 18 frei Pflicht, ca. 30 Min., feste Uhrzeit 9–18 Uhr 10–16 Uhr
Schloss HohenschwangauPrivatbesitz, in keiner Jahres- oder Mehrtageskarte der Schlösserverwaltung enthalten. Rund 180 Stufen, kein Aufzug. 23,50 € · ermäßigt 19,50 € 7–17 Jahre 12 €, unter 7 frei Pflicht, ca. 45 Min., feste Uhrzeit 9–16.30 Uhr 10–16 Uhr
Museum der bayerischen KönigeNicht an eine Uhrzeit gebunden, das Haus schließt um 17 Uhr. Am Alpsee, wenige Schritte vom Ticket Center. 14,50 € · ermäßigt 13,50 € unter 18 frei keine nötig, Audioguide inklusive Einlass 9–16.30 Uhr Einlass 9–16.30 Uhr
MarienbrückeDer Blick, den man von Neuschwanstein kennt. Vom Schloss unabhängig: der Zugang zur Führung läuft nicht über die Brücke. frei frei nicht nötig frei zugänglich bei Eis und Schnee gesperrt
Schlosshof und Schlossgarten HohenschwangauGarten von 1833–1837 nach Plänen Domenico Quaglios, mit Blick auf den Alpsee. Ohne Ticket zu betreten, anders als in Neuschwanstein. frei frei nicht nötig frei zugänglich frei zugänglich

Die erste Überraschung steht in der Preisspalte: Hohenschwangau ist das teurere Schloss, um 2,50 Euro. Fast jeder rechnet umgekehrt, weil Neuschwanstein das berühmte ist. Der Grund ist kein Marktpreis, sondern die Eigentumslage: Neuschwanstein wird staatlich verwaltet, Hohenschwangau privat.

Neuschwanstein: das Ticket ist der Engpass, nicht die Anreise

Schloss Neuschwanstein kostet 21 Euro, ermäßigt 20 Euro, und ist ausschließlich im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Die Karte gilt für eine bestimmte Uhrzeit; wer zu spät kommt, kommt nicht mehr mit. Die Führung dauert rund 30 Minuten und deckt 14 Räume ab. Ohne Ticket kommt man bis vor das Schlosstor und sieht die Außenanlagen, aber nicht den Hof.

Die Regeln drumherum sind strenger, als die meisten erwarten:

  • Beide Schlösser sind ausschließlich im Rahmen einer Führung zu einer festen Einlasszeit zu besichtigen.
  • Am Schalter im Ticket Center gibt es Karten nur für denselben Tag. Restkarten kommen täglich ab 8 Uhr in den Verkauf und sind bei hoher Nachfrage schon am Vormittag weg.
  • Reservierungen, Wartelisten, Umbuchungen und Stornierungen gibt es nicht. Online-Tickets sind von Umtausch und Rückgabe ausgeschlossen.
  • Im Online-Shop wird nur per Kreditkarte oder PayPal bezahlt.
  • Auch Kinder brauchen ein Ticket, selbst wenn es kostenlos ist: aus Sicherheitsgründen müssen alle Anwesenden erfasst sein.
  • Wer eine Jahres- oder Mehrtageskarte der Schlösserverwaltung hat, braucht für Neuschwanstein trotzdem ein Zeitfenster-Ticket und zahlt die Vorverkaufsgebühr.
  • Wer zu spät zur Führung kommt, kommt nicht mehr mit. Gepäck, Kinderwagen und Kraxen dürfen nicht ins Schloss.

Praktisch heißt das: Wer ohne Online-Ticket anreist, plant einen Tagesausflug, dessen Hauptprogrammpunkt ausfallen kann. Das Ticket Center in Alpseestraße 12, 87645 Hohenschwangau öffnet um 8 Uhr, und die Empfehlung der Schlösserverwaltung lautet, zur Öffnung oder etwas früher dort zu sein.

29

Euro Unterschied für zwei Erwachsene mit zwei Kindern, für zwei Führungen am selben Ort.

Familien

Hohenschwangau ist das teurere Schloss, und das ältere

Schloss Hohenschwangau kostet 23,50 Euro, ermäßigt 19,50 Euro, und die Führung dauert mit rund 45 Minuten länger als die in Neuschwanstein. Rund 180 Stufen sind zu gehen, einen Aufzug gibt es nicht. Die Burg Schwanstein wird im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und gehört bis 1535 den Rittern von Schwangau. Kronprinz Maximilian findet die Ruine auf einer Wanderung und lässt sie zwischen 1833 und 1837 wieder aufbauen. Ludwig II. verbringt hier seine Kindheit und wohnt später als König mit seiner Mutter im Haus; Neuschwanstein entsteht in Sichtweite des Schlosses, in dem die Idee dazu aufkam.

Der zweite Unterschied betrifft Familien und steht in keinem Reiseführer nebeneinander: In Neuschwanstein und im Museum zahlen Kinder unter 18 nichts, in Hohenschwangau zahlen Sieben- bis Siebzehnjährige 12 Euro. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern im Schulalter macht das 42 Euro in Neuschwanstein gegen 71 Euro in Hohenschwangau, 29 Euro Unterschied für zwei Führungen am selben Ort. Wer nur ein Schloss von innen sehen will und mit Kindern reist, hat damit eine klare Antwort.

Umsonst ist dafür etwas anderes: Schlosshof und Schlossgarten von Hohenschwangau lassen sich ohne Ticket betreten, der Garten von 1833 mit dem Blick über den Alpsee eingeschlossen. In Neuschwanstein gibt es dieses Zugeständnis nicht.

Die drei Kombitickets und was sie wirklich sparen

Das Ticket Center verkauft drei Kombinationen. Die Ersparnis ist real, aber kleiner, als der Name nahelegt:

Regulärpreise für Erwachsene. Die Vorverkaufsgebühr fällt beim Kombiticket einmal an, bei Einzelkarten je Ticket; unterm Strich derselbe Betrag.
Kombiticket Preis einzeln Ersparnis Vorverkaufsgebühr
PrinzenticketSchloss Neuschwanstein + Museum der bayerischen Könige 33,50 Euro 35,50 Euro 2 Euro 5 Euro
Wittelsbach-TicketSchloss Hohenschwangau + Museum der bayerischen Könige 36 Euro 38 Euro 2 Euro 5 Euro
SchwanenticketSchloss Neuschwanstein + Schloss Hohenschwangau + Museum der bayerischen Könige 56 Euro 59 Euro 3 Euro 7,50 Euro

Kombinationstickets gelten nur für ein einziges Besuchsdatum, nicht über mehrere Tage. Für den Tagesausflug ist das folgenlos, für eine Zweitagesplanung nicht. Und die Vorverkaufsgebühr spart ein Kombiticket nicht; sie fällt einmal statt zweimal an, ist dafür aber entsprechend höher angesetzt, sodass am Ende dasselbe herauskommt. Der Vorteil steckt allein im Eintritt.

Von Füssen nach Hohenschwangau: die letzten fünf Kilometer

Zug, Bus, Pendelbus, Kutsche und der nötige Vorlauf im Detail: Füssen und die Königsschlösser.

Die Altstadt von Füssen am Lech
Füssen ist der Ausgangsort: von hier fahren die Busse nach Hohenschwangau.

Foto: C.Stadler/Bwag (talk / email) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Wer die Königsschlösser ab München ohne Auto ansteuert, hat es einfacher, als der Ruf der Strecke vermuten lässt. Der nächste Bahnhof ist Füssen, fünf Kilometer entfernt. Ab München fahren Regionalzüge der Bayerischen Regiobahn ab München Hbf, Gleise 27 bis 36, bis Füssen Bahnhof. Von dort geht es weiter mit dem RVA 73 Richtung Steingaden/Garmisch-Partenkirchen oder RVA 78 Richtung Schwangau, Haltestelle Hohenschwangau, Alpseestraße, ca. 15 Minuten, mit dem Taxi ca. 8 Minuten. Ein Schloss bei Füssen ist damit auch ohne Auto gut erreichbar, und die Schlösser Füssens sind der einzige Grund, aus dem viele überhaupt in diese Ecke des Allgäus fahren.

Im Ort Hohenschwangau gibt es nur gebührenpflichtige Privatparkplätze P1 bis P4; auf der Neuschwansteinstraße gilt Fahrverbot für Autos und Fahrräder. Wer mit dem Auto kommt, steht also in jedem Fall unten im Ort und geht den Rest zu Fuß oder fährt mit. Vom Ticket Center hinauf nach Neuschwanstein sind es 30–40 Min., ca. 1,5 km, erhebliche Steigung; nach Hohenschwangau 20–30 Min.. Der Pendelbus ab P4 zum Aussichtspunkt Jugend (Marienbrücke) kostet 3,50 Euro bergauf und 5 Euro für hin und zurück; von der Haltestelle sind es 5 Gehminuten zur Marienbrücke, 15 Gehminuten zum Schloss Neuschwanstein, bergab mit 12 bis 19 Prozent Gefälle. Kein fester Fahrplan, kein Betrieb bei Schnee und Eis, keine Reservierung. Zum Schloss Hohenschwangau fährt außerdem eine Kutsche, 5,50 Euro bergauf und 3 Euro bergab. Im Winterhalbjahr fährt zum Schloss Hohenschwangau keine Kutsche.

Neuschwanstein und Hohenschwangau an einem Tag: ein realistischer Ablauf

Neuschwanstein und Hohenschwangau an einem Tag sind zu schaffen, aber nicht nebenbei. Der folgende Ablauf ist kein Fahrplan, sondern die Kette der Vorgaben, die die Betreiber selbst machen: Kassenöffnung, Vorlaufzeiten, Führungsdauern, Gehzeiten. Wer die Reihenfolge umdreht und Neuschwanstein zuerst legt, gerät unter Druck, weil dort die längere Vorlaufzeit gilt.

  1. vor 8 UhrAm Ticket Center sein, wenn keine Online-Tickets mehr zu bekommen waren. Restkarten kommen ab 8 Uhr in den Verkauf und sind bei hoher Nachfrage vormittags weg. Öffnungszeiten der Kasse im Sommer 8–16 Uhr.
  2. VormittagSchloss Hohenschwangau: 1 Stunde vor der Einlasszeit im Ort sein. Hinauf zu Fuß 20–30 Min. oder mit der Kutsche. Die Führung dauert rund 45 Minuten, im Haus sind rund 180 Stufen zu gehen.
  3. MittagMuseum der bayerischen Könige am Alpsee. Es ist an keine Uhrzeit gebunden und damit der einzige Programmpunkt, der sich in eine Lücke schieben lässt.
  4. NachmittagSchloss Neuschwanstein: 1,5 bis 2 Stunden vor der Einlasszeit im Ort sein. Der Aufstieg dauert 30–40 Min., ca. 1,5 km, erhebliche Steigung, alternativ Kutsche oder Pendelbus. Die Führung selbst ist mit rund 30 Minuten die kürzere der beiden.
  5. danachMarienbrücke, wenn sie offen ist: vom Schloss aus der kurze Weg, und der Blick, für den die meisten überhaupt gekommen sind.

Zwei Dinge entscheiden über den Tag. Erstens die Vorlaufzeit: 1,5 bis 2 Stunden vor der Einlasszeit im Ort sein heißt für Neuschwanstein, dass zwischen Ankunft und Führung ein ganzer Fußweg bergauf liegt. Zweitens die Reihenfolge: Hohenschwangau liegt näher am Ticket Center und hat die kürzere Vorlaufzeit, gehört also nach vorne. Das Museum ist der Puffer dazwischen, weil es als einziges keine Uhrzeit hat.

Schloss Neuschwanstein über dem bewaldeten Hang
Schloss Neuschwanstein: der Blick, für den die meisten überhaupt anreisen.

Foto: Wilfredor · CC0 · Wikimedia Commons

Aussicht

Die Marienbrücke und was ohne Ticket möglich ist

Schloss Neuschwanstein über dem Tal, Blick von der Talseite
Neuschwanstein von der Talseite. Der bekannte Blick von der Marienbrücke kostet nichts.

Foto: Jakub Hałun · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Die Marienbrücke über der Pöllatschlucht liefert den Blick, den man von jedem Foto kennt, und kostet nichts. Sie ist ein eigenständiges Bauwerk, vom Schloss unabhängig: Der Weg zur Führung führt nicht über die Brücke, und eine gesperrte Brücke sagt nichts über den Führungsbetrieb aus. Im Winter ist sie bei Eis und Schnee aus Sicherheitsgründen gesperrt, tageweise; ob sie offen ist, steht am Besuchstag auf der Seite des Ticket Centers.

Eine Falle steckt in der Reihenfolge: Wer erst mit dem Pendelbus zur Brücke hinauffährt und danach ins Schloss möchte, muss zurück ins Tal, falls er die Karte nicht schon hat; verkauft wird sie nur unten. Deshalb gilt die Regel, das Schlossticket zu lösen, bevor man überhaupt hinauffährt.

Und noch etwas spricht dafür, die Brücke nicht als Anhängsel zu behandeln: Ein Schloss bei Füssen von innen zu sehen dauert 30 bis 45 Minuten, der Blick von der Marienbrücke dagegen ist der Teil, den man wiedererkennt. Wer nur wenig Zeit hat, kehrt die Gewichtung besser um.

Ohne jedes Ticket bleibt ein vollständiger Tag übrig, wenn man ihn so plant: Schlosshof und Schlossgarten von Hohenschwangau, der Alpsee, der Aufstieg zur Marienbrücke und der Blick von dort auf Neuschwanstein. Wer die Schlösser Füssens nur sehen und nicht betreten will, zahlt für diesen Tag nichts außer der Anfahrt.

Kurz gefragt

Häufige Fragen

Was kostet der Eintritt in Schloss Neuschwanstein?

21 Euro für Erwachsene, 20 Euro ermäßigt, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei. Beim Onlinekauf kommt eine Bearbeitungsgebühr von 2,50 Euro pro Ticket dazu, auch für die kostenlosen Kindertickets.

Kann man ohne Ticket zum Schloss?

Bis vor das Schlosstor von Neuschwanstein ja, in den Hof nicht. Bei Hohenschwangau sind Schlosshof und Schlossgarten dagegen frei zugänglich. Die Marienbrücke kostet ebenfalls nichts.

Schafft man beide Schlösser an einem Tag?

Ja, mit Vorlauf. Die Betreiber empfehlen, 1 Stunde vor der Einlasszeit im Ort sein und 1,5 bis 2 Stunden vor der Einlasszeit im Ort sein. Zusammen mit den Fußwegen von 20 bis 40 Minuten und zwei Führungen von 45 und 30 Minuten ist der Tag damit gefüllt. Hohenschwangau gehört nach vorne.

Muss man die Tickets vorher online kaufen?

Empfohlen ja. Am Schalter gibt es Karten nur für denselben Tag, sie kommen ab 8 Uhr in den Verkauf und sind bei hoher Nachfrage vormittags ausverkauft. Reservierungen, Wartelisten und Umbuchungen gibt es nicht, und online wird nur per Kreditkarte oder PayPal bezahlt.

Ist die Marienbrücke im Winter offen?

Nicht zuverlässig. Bei Eis und Schnee wird sie aus Sicherheitsgründen gesperrt, und das wird tagesaktuell entschieden. Der Führungsbetrieb im Schloss ist davon nicht betroffen; Neuschwanstein lässt sich bei jedem Wetter besichtigen.

Gilt die Jahreskarte der Schlösserverwaltung für beide Schlösser?

Nein. Für Neuschwanstein braucht man auch mit Jahres- oder Mehrtageskarte ein Zeitfenster-Ticket und zahlt die Vorverkaufsgebühr. Schloss Hohenschwangau ist Privatbesitz und in keiner dieser Karten enthalten.

Preise, Öffnungszeiten und Regeln: Stand August 2026, abgerufen bei der Bayerischen Schlösserverwaltung und dem Ticket Center Hohenschwangau. Beide Schlösser sind an folgenden Tagen geschlossen: 1. Januar sowie 24., 25. und 31. Dezember. Zeiten und Preise ändern sich; vor der Anfahrt lohnt der Blick auf die Seite des jeweiligen Betreibers.