Nymphenburg · Laim · Oberbayern
München Sehenswürdigkeiten im Westen: Biergärten und Ausflugsziele
Im Schatten der Kastanien beginnt München. Ein Reiseführer für den Westen der Stadt: das Schloss, der Park und der größte Biergarten Europas, alle drei zu Fuß voneinander entfernt.
Preise und Zeiten zuletzt geprüft am
Die meisten Sehenswürdigkeiten in München stehen in der Altstadt, und über die ist alles gesagt. Dieser Reiseführer beschreibt die andere Seite: den Westen, wo ein Schloss, ein botanischer Garten, ein Naturkundemuseum und der größte Biergarten Europas so dicht beieinanderliegen, dass man sie an einem Nachmittag zu Fuß verbindet. Dazu kommen die Ausflugsziele rund um München, die von hier aus ohnehin näher liegen als von der Innenstadt. Die bekanntesten Münchner Sehenswürdigkeiten stehen hier nicht; die findet man überall.
Kein Ziel in diesem Viertel liegt weiter als 1,1 km vom Schloss entfernt. Zum Marienplatz sind es 5,8 km.
Die Lage
München Sehenswürdigkeiten: was im Westen der Stadt liegt
Was diese Ecke von den übrigen Münchner Sehenswürdigkeiten unterscheidet, ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Entfernung. Die Dichte ist der ganze Punkt, und sie lässt sich nachrechnen. Vom Schloss Nymphenburg aus liegt keines der Ziele in diesem Viertel weiter entfernt als 1,1 km Luftlinie. Zum Marienplatz sind es 5,8 km, rund das 5,1-Fache.
| Ziel | Luftlinie |
|---|---|
| Museum Mensch und Naturim Nordflügel des Schlosses selbst | 220 m |
| Porzellanmanufaktur Nymphenburgim nördlichen Schlossrondell, arbeitender Betrieb | 390 m |
| Botanischer Garten München-Nymphenburgam Nordrand des Parks, eigener Eingang an der Menzinger Straße | 610 m |
| Königlicher Hirschgartender größte Biergarten Europas, rund 8.000 Plätze | 1,1 km |
| Bahnhof LaimS-Bahn-Anschluss des Viertels, Namensgeber der Gegend | 1,5 km |
| Marienplatzdie Innenstadt, zum Vergleich | 5,8 km |
Praktisch heißt das: Wer morgens im Schloss ist, steht mittags im Museum im selben Gebäude, nachmittags im Botanischen Garten und abends im Biergarten, ohne einmal in die U-Bahn zu steigen. In der Innenstadt ist eine solche Kette nicht zu haben, weil dort zwischen zwei Zielen selten weniger als ein Kilometer liegt und immer eine Straße voller Leute.
Schloss Nymphenburg, der Park und die Museen darin
Schloss Nymphenburg ist der Anker des Viertels: ein Barockbau, der über zwei Jahrhunderte aus einem einzelnen Gartenpavillon herausgewachsen ist, mit einem frei zugänglichen Landschaftspark dahinter, vier Parkburgen darin und zwei Museen, die zwar auf dem Gelände stehen, aber anderen Trägern gehören und eigene Karten verlangen. Wer das vorher weiß, kauft anders ein. Die Übersicht zu Schloss Nymphenburg stellt alle 7 Objekte mit Preis, Saison und Gesamtkarte nebeneinander.
Der Park selbst kostet nichts und trägt einen halben Tag für sich allein; das ist der Unterschied zu fast allen anderen Sehenswürdigkeiten in München, die ohne Ticket nicht viel hergeben.
8.000
Plätze hat der größte Biergarten Europas, und er steht nicht in der Altstadt, sondern zwischen Wohnstraßen im Westen.
Bier
Die Biergärten Münchens
Der größte Biergarten Europas heißt Königlicher Hirschgarten, fasst rund 8.000 Gäste und liegt keine anderthalb Kilometer vom Schloss entfernt. Dass er nicht in der Innenstadt steht, sondern zwischen Wohnstraßen im Westen, überrascht selbst Ortskundige regelmäßig.
Die Liste der Münchner Biergärten führt 24 Gärten mit zusammen 62.800 Plätzen und lässt sich nach Größe, Brauerei und Lage sortieren. Die Angabe, auf die es wirklich ankommt, steht dort ebenfalls: ob es einen Selbstbedienungsbereich gibt. Wer die Verteilung dahinter sehen will, findet sie in Münchens Biergärten in Zahlen. Nur dort darf die eigene Brotzeit ausgepackt werden, und genau das unterscheidet einen Biergarten von jedem anderen Wirtsgarten.
Ausflugsziele rund um München
Die Ausflugsziele rund um München fangen dort an, wo die S-Bahn aufhört. Vier davon lohnen einen eigenen Tag, und sie unterscheiden sich weniger im Motiv als im Aufwand: Schleißheim ist ein halber Tag mit der S1, der Chiemsee ein ganzer mit dem Regionalzug, die Königsschlösser ein ganzer mit Zug und Bus und einem Ticket, das man vorher gekauft haben muss.
Dachau ist der vierte Weg nach draußen und der einzige, der kein Ausflugsziel im gewöhnlichen Sinn ist. Die KZ-Gedenkstätte liegt am Rand der Stadt Dachau, ist mit der S2 in gut zwanzig Minuten erreichbar und verlangt keinen Eintritt. Sie gehört in diese Aufzählung, weil sie zu den meistbesuchten Orten der Region zählt, und sie gehört nicht in dieselbe Kategorie wie ein Schloss.
Biergärten24 Gärten mit zusammen 62.800 Plätzen, sortierbar nach Größe, Brauerei und Lage; samt der Regel, die entscheidet, wo die mitgebrachte Brotzeit erlaubt ist.
Schloss Nymphenburg7 Objekte, mehrere Kassen, zwei Saisons: was das Ticket abdeckt, was im Winter geschlossen ist und wann sich die Gesamtkarte nicht lohnt.
KönigsschlösserNeuschwanstein und Hohenschwangau gehören zwei verschiedenen Eigentümern; daraus folgt fast jede Überraschung an der Kasse. Mit Ablauf für beide Schlösser an einem Tag.
Schloss SchleißheimDie dreiteilige Anlage im Norden, mit der S1 erreichbar und deutlich leerer als Nymphenburg.
ChiemseeHerrenchiemsee, Fraueninsel und die Schifffahrt dazwischen: das größte Wasser Bayerns.
Fotos der Schlösser: High Contrast (CC BY 3.0 de) · Wilfredor (CC0) · Flocci Nivis (CC BY 4.0) · Isiwal (CC BY-SA 3.0)
Tipps für die Planung
Drei Tipps, die in diesem Teil Bayerns mehr ausmachen als jede Reihenfolge, und die für die Münchner Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt so nicht gelten. Erstens: Das Winterhalbjahr ist keine Nebensaison, sondern eine andere Stadt. Ab dem 16. Oktober schließen die Parkburgen in Nymphenburg ganz, Schloss und Marstallmuseum verkürzen auf täglich 10–16 Uhr, und in 16. Oktober beginnt auch an den Königsschlössern der kurze Fahrplan.
Zweitens, und das ist der Tipp, der am meisten spart: Was nichts kostet, ist hier überdurchschnittlich viel. Der Schlosspark, der Schlossgarten in Hohenschwangau, die Marienbrücke und im Winter sogar das Freiland des Botanischen Gartens sind ohne Ticket zugänglich. Ein vollständiger Tag im Westen ist ohne eine einzige Eintrittskarte möglich.
Drittens: Feste Einlasszeiten gibt es nur an wenigen Stellen, aber dort sind sie hart. Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau lassen sich ausschließlich zu einer gebuchten Uhrzeit betreten, Schloss Nymphenburg ebenfalls nur mit Zeitfenster. Alles andere in diesem Führer ist ein Ort, an dem man einfach auftaucht. Die Münchner Geheimtipps in diesem Viertel sind ohnehin die Orte ohne Kasse: die Pumpwerke im Park, das Geranienhaus, der Alpsee-Rundweg. Solche Münchner Geheimtipps stehen in keinem Zeitfenster.
Laim und Nymphenburg
Diesen Teil des Westens teilen sich zwei Viertel. Nymphenburg im Norden trägt das Schloss, den Park und den Botanischen Garten; Laim liegt südlich davon, und dazwischen verläuft die Bahnlinie nach Pasing mit dem Haltepunkt am Hirschgarten. Für einen Besuch heißt das vor allem, dass die Wege kurz bleiben: vom Schlossrondell zum Biergarten im Hirschgarten sind es 1,1 km Luftlinie, zum Bahnhof Laim 1,5 km. Alles Weitere in diesem Führer liegt entweder in diesen beiden Vierteln oder ist von hier aus schneller erreichbar als von der Innenstadt.
Kurz gefragt
Häufige Fragen
Welche Sehenswürdigkeiten in München liegen beieinander?
Im Westen: Schloss Nymphenburg, das Museum Mensch und Natur im Nordflügel, die Porzellanmanufaktur im Schlossrondell, der Botanische Garten am Nordrand des Parks und der Königliche Hirschgarten. Keines dieser Ziele liegt weiter als 1,1 km Luftlinie vom Schloss entfernt.
Was kann man in München ohne Eintritt sehen?
Den Schlosspark Nymphenburg samt Kanal und Seen, die Sckell-Ausstellung im Geranienhaus, im Winterhalbjahr das Freiland des Botanischen Gartens sowie, außerhalb der Stadt, den Schlossgarten von Hohenschwangau und die Marienbrücke.
Welche Ausflugsziele rund um München lohnen einen Tag?
Schloss Schleißheim als halber Tag mit der S1, Chiemsee und die Königsschlösser jeweils als ganzer Tag mit dem Zug. Für die Königsschlösser muss das Ticket vorher gebucht sein, für die anderen nicht.
Lohnt sich der Westen auch im Winter?
Der Park ist ganzjährig offen und im Winter fast leer, Schloss und Marstallmuseum haben verkürzte Zeiten. Geschlossen sind die vier Parkburgen und das Geranienhaus. Wer sie sehen will, kommt zwischen April und Mitte Oktober.
