Ein Prosit auf die Tradition

Biergärten in Nymphenburg und München

Biergärten gehören zu München wie die Frauenkirche und das Oktoberfest. Einheimische und Besucher verbringen gerne ein paar gesellige Stunden in den Biergärten der Stadt – und davon gibt es in München über 1.000, hinzu kommen noch rund 600 Wirtsgärten.

Damals sind sie eher aus praktischen Gründen entstanden: Bier wurde nur zwischen Ende September und Ende April gebraut und dann im kühlen Brauereikeller gelagert. Über dem Keller befanden sich häufig Baumbestände, die zusätzliche Kühlung verschafften.

Die findigen Bierbrauer luden ihre Gäste während den warmen Sommermonaten dann an genau diese schattigen Plätzchen ein – der Biergarten war geboren.

Der Hirschgarten in Nymphenburg - der wahrscheinlich größte Biergarten der Welt

Mit 8.500 Sitzplätzen und einer etwa 40 Hektar großen Gesamtfläche hält der Königliche Hirschgarten in Nymphenburg den inoffiziellen Rekord als größter Biergarten der Welt. Der Königliche Hirschgarten ist einer der schönsten Biergärten in ganz München.

Der Hirschgarten geht auf eine im Jahr 1720 angelegte Fasanerie zurück. Rund 50 Jahre später wurde hier bereits Hopfen angebaut – sozusagen ein Vorbote des später hier entstandenen Biergartens. Die erste Gaststätte, das Jägerhaus, wurde 1791 eröffnet. 1780 gab Kurfürst Karl Theodor den Auftrag zur Anlage eines Jagdreviers in dem Bereich. So entstand auch das eingezäunte  Damhirschgehege.

Heute ist der - unweit vom Hotel Laimer Hof gelegene - Königliche Hirschgarten ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und bietet neben dem großen Biergarten auch zahlreiche Spielplätze, Grünflächen und ein rund zwei Hektar großes Gehege mit Dam- und Muffelwild.

Augustiner Keller München

Der älteste Biergarten Münchens mit 5.000 Plätzen ist auch einer der schönsten und bekanntesten. Es ist ein Ort, wo man unter einer der mehr als 100 Kastanien auftanken und richtig entspannen kann. Hier findet man das ganze Jahr über traditionell gemütliches Ambiente vereint mit Gastronomie auf hohem Niveau. Verschiedene Gaststuben und Räumlichkeiten erwarten den Besucher im historischen Gebäude.
Der Schwerpunkt liegt hier natürlich auf der bayerisch-traditionellen Küche die mit internationalen Spezialitäten ergänzt wird, darunter auch leichte Gerichte und vegetarische Angebote.

Unser Tipp: das Starkbierfest im Lagerkeller im März / April des Jahres.

Chinesicher Turm im Englischen Garten

Der Biergarten am Chinesischen Turm ist mit 7.000 Plätzen der zweitgrößte Biergarten Münchens, gleich nach dem Hirschgarten. Gäste aus aller Welt kommen hier zusammen, um das beliebte Münchner Hofbräubier zu trinken. Der Chinesische Turm ein auch ein beliebter Treffpunkt für die Münchner, um den sommerlichen Feierabend bei Blasmusik zu genießen.  Die selbst mitgebrachte Brotzeit darf hier wie es die Biergarten-Tradition will natürlich verzehrt werden.

Unser Tipp: der Kocherlball ist das traditionelle Event welches nach einem Brauch der Köche, Mägde und Diener benannt ist, die sich im Sommer jeden Sonntag vor Beginn der Arbeit zum Tanz verabredeten. Einmal im Jahr kommen bei Tagesanbruch Tausende Frauen und Männer in Tracht an den Chinesischen Turm und ab 6 Uhr morgens tanzen dann alle zu zünftiger Musik Walzer und anderen Volkstänzen.

Die Regeln im Biergarten

  • Typischerweise sitzt man in einem Biergarten auf einer Bierbank: Das sind lange, meist orangefarben lackierte Holzbänke mit zugehörigen Tischen.
  • Im Biergarten dürfen auch mitgebrachte Speisen verzehrt werden. Dies ist eine Besonderheit der Münchener Biergärten. Allerdings sind die Getränke, egal ob mit oder ohne Alkohol, immer vom Wirt zu beziehen.
  • Das helle Bier kann aus einem Halbliter-Glas getrunken werden - traditionell ist aber die 1-Liter-Maß das Maß der Dinge im Münchener Biergarten. Wem das zu viel an Gerstensaft ist, kann auch auf einen Radler (eine Mischung aus Bier und Zitronenlimo) ausweichen.
  • Weißbier wird meist nur im Halbliter-Glas angeboten, da es im Gegensatz zum gezapften Bier aus der Flasche kommt.